DUO – das Magazin für Zuweisende

Obstruktive Schlafapnoe

Mehr als 250’000 Menschen in der Schweiz leben mit obstruktiver Schlafapnoe. Durch den häufig unterbrochenen Schlaf leiden viele Betroffene tagsüber unter Müdigkeit und Schlafdruck. Auch besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine nächtliche Atmungsstörung, bei welcher der Atemfluss vermindert ist (Hypopnoen) oder komplette Atempausen auftreten (Apnoen). Meist tritt dabei auch Schnarchen auf. Häufig ist Bluthochdruck die Folge, auch ist das Risiko für Herzinfarkt und Hirnschlag und für viele andere Erkrankungen erhöht. Typische Symptome wie nicht erholsamer Schlaf, nächtliche Aufwachreaktionen, vermehrte Tagesschläfrigkeit oder morgendliche Kopfschmerzen sollten abgeklärt werden.

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CPAP, Gewichtsreduktion und Zahnschiene als Standard-Therapien

Die primäre Standardtherapie ist die nächtliche Überdruckbehandlung (CPAP, continuous positive airway pressure). CPAP bewirkt eine Schienung der Atemwege. Die Unterkieferprotrusionsschiene steht als gut etablierte Alternative zur Verfügung. Bei Rückenlageassoziierter Schlafapnoe kann eine Lagetherapie mittels Lagegurt eingesetzt werden. Parallel ist bei Fettleibigkeit die Gewichtsreduktion ein zentraler Therapieansatz, der bei Erfolg die Schlafapnoe zum Verschwinden bringen kann. Am KSSG bietet das Ostschweizer Adipositaszentrum das ganze Spektrum an modernen Behandlungen an: von Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, vermehrter körperlicher Aktivität, über Ernährungsberatung und medikamentöse Therapien bis hin zu bariatrischen Operationen (Magenbypass, Schlauchmagen). Es gibt ausserdem viele verschiedene chirurgische Möglichkeiten im HNO-Bereich. Die häufigste Operation, insbesondere bei Kindern, ist die Entfernung der Gaumenmandeln mit Straffung des weichen Gaumens. Eine neuere Methode für wenig adipöse Erwachsene ist der Zungenschrittmacher.

Eine Alternative: Zungenschrittmacher

Es gibt verschiedene Typen von Zungenschrittmachern. Allen gleich ist aber, dass über eine atemkorrelierte Aktivierung des Zungennervs (Nervus hypoglossus) die Zunge leicht nach vorne bewegt wird, sodass im Rachenraum mehr Platz für den ungehinderten Atemfluss vorhanden ist. Bei Patientinnen und Patienten mit einer mittel- bis schwergradigen OSA (AHI zwischen 15 und 65/h), die CPAP nicht tolerieren, kann eine Versorgung mittels Zungenschrittmacher eine alternative Behandlungsform sein. Weitere Voraussetzungen sind ein BMI < 35 kg/m2 und ein antero-posteriores Obstruktionsmuster. Die Operation ist risikoarm, die Aufenthaltsdauer im Spital meist nur zwei bis drei Tage, die Erholungszeit ist kurz und die Ergebnisse sind sehr gut.

Ihre Ansprechpersonen

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Prof. Dr. Otto Schoch

Zentrumsleiter, Zentrum für Schlafmedizin

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Dr. Christian Gysin

Oberarzt, Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin

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Dr. René Schariatzadeh

Oberarzt, Hals-Nasen-Ohrenklinik

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Zuweisung

Telefon: +41 71 494 11 81
E-Mail: schlafzentrum@kssg.ch
Online: kssg.ch/schlafzentrum

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